Stationäre Ströme und Magnetfeld

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Kontinuitätsgleichung

Bewegte Ladungen entsprechen elektrischem Strom I

Experimentelle Erfahrung: Die Ladung bleibt erhalten:

Q(t)=Vd3rρ(r¯,t)

Damit folgt ein globaler Erhaltungssatz:

ddtQ(t)=ddtVd3rρ(r¯,t)=VδI


δI=ρdVdt=ρ|v|dt|df|cosαdt=ρv¯df¯

Also gerade die Ladung, die durch df¯ pro zeit aus V herausströmt Als eine lokale Größe findet man die elektrische Stromdichte:

j¯(r¯,t):=ρ(r¯,t)v¯(r¯,t)

ddtVd3rρ(r¯,t)=Vdf¯j¯(r¯,t)=Vd3rj¯(r¯,t) ( Gauß !) für alle Volumina V ( einfach zusammenhängend)

Somit folgt die Kontinuitätsgleichung als LOKALER Erhaltungssatz:

tρ(r¯,t)+j¯(r¯,t)=0

Speziell bei stationären Ladungsverteilungen gilt die Divergenzfreiheit des Stroms:

j¯(r¯,t)=0

Aber : natürlich muss deswegen nicht j¯(r¯,t)=0 gelten. Der Strom muss räumlich lediglich stationär sein !

Magnetische Induktion

Experimentelle Erfahrung:

Es existieren Wechselwirkungen zwischen den Ladungen: Eine Kraft wirkt auf Ladungen q, die sich mit v bewegen:

F¯=qv¯×B¯(r¯)

Die sogenannte Lorentz- Kraft !

B¯(r¯) ist die magnetische Induktion am Ort r¯ , die erzeugt wird von den anderen Ladungen mit einer zugeordneten Stromdichte j¯(r¯ ´) .

Die Erzeugung dieser Magnetischen Induktion erfolgt gemäß des Ampereschen Gesetzes:

B¯(r¯)=μ04πd3r ´j¯(r¯ ´)×r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|3

Dies läuft völlig analog zur Coulomb- Wechselwirkung in der Elektrostatik:

F¯=qE¯(r¯)E¯(r¯)=14πε0d3r ´ρ(r¯ ´)r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|

Die Einheiten im SI- System lauten:

[B]=1NsCm=1kgm2Cs2sm2=1Vsm2=1T

Mit diesen Einheiten ist dann μ0=1,26106VsAm festgelegt, wie die Dielektrizitätskonstante jedoch frei wählbar !! Die magnetische Induktion beschreibt keine neue, von der Coulomb- Wechselwirkung unabhängige WW: Man betrachte dazu lediglich die Transformation auf das lokale Ruhesystem einer bewegten Ladung:

Im Gauß System:

F¯=qcv¯×B¯(r¯)

B¯(r¯)=1cd3r ´j¯(r¯ ´)×r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|3


Die Kraft zwischen 2 stromdurchflossenen Leitern:

Betrachten wir zwei infinit. dünne Leiter L, L´, die mit konstanten Strömen I und I´ durchflossen werden:

Der Strom durch L´:

j¯(r¯ ´)d3r ´=ρd3r ´v¯ ´=ddtρd3r ´dr¯ ´ddtρd3r ´=I ´j¯(r¯ ´)d3r ´=I ´dr¯ ´

Somit folgt das Biot- Savartsche Gesetz für unendlich lange Leiter L´:

Die magnetische Induktion ist gerade:

B¯(r¯)=μ04πI ´L ´dr¯ ´×r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|3

Die Kraft auf eine Ladung im Volumenelement d³r von L ist damit gerade:

dF¯=ρv¯×B¯(r¯)d3r=j¯×B¯d3r=Idr¯×B¯

Also:

F¯=μ04πII ´Ldr¯×L ´dr¯ ´×r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|3

Dies ist dann die gesamte Kraft von L´ auf L

mit

dr¯×(dr¯ ´×(r¯r¯))=(dr¯(r¯r¯))dr¯ ´(dr¯dr¯ ´)(r¯r¯)undLdr¯r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|3=1|r¯r¯ ´||LANfangLEnde=0

( Der Leiter ist entweder geschlossen oder die Enden liegen im Unendlichen) folgt:

F¯=μ04πII ´LL ´(dr¯dr¯ ´)r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|3

für parallele Ströme:

Idr¯I ´dr¯ ´>0 folgt Anziehung für antiparallele Ströme:

Idr¯I ´dr¯ ´<0 dagegen Abstoßung

Man sieht außerdem das dritte Newtonsche Gesetz:

r¯r¯ ´dr¯dr¯ ´II ´

Somit:

F¯F¯ ( actio gleich reactio)

Die magnetostatischen Feldgleichungen

Sie gelten auch in quasistaischer Näherung: Die zeitliche Änderung muss viel kleiner sein als die räumliche !!

Mit dem Vektorpotenzial

A¯(r¯)=μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|

Welches nicht eindeutig ist, sondern beliebig gemäß A¯(r¯)A¯+Ψ umgeeicht werden kann. ( Ψ(r¯) beliebig möglich, da ×Ψ=0 )

Mit diesem Vektorpotenzial also kann man schreiben:

B¯=rotA¯(r¯)=×μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|

Beweis:

rotA¯(r¯)=×μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|=μ04πR3d3r ´r1|r¯r¯ ´|×j¯(r¯ ´)r1|r¯r¯ ´|=r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|3rotA¯(r¯)=μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)×r¯r¯ ´|r¯r¯ ´|3=B¯(r¯)

Folgende Aussagen sind äquivalent: Es existiert ein Vektorpotenzial mit

B¯=rotA¯(r¯)

divB¯=0

Beweis:

div(rotA¯(r¯))=0

es gibt keine Quellen der magnetischen Induktion ( es existieren keine "magnetischen Ladungen".

Aber: Magnetische Monopole wurden 1936 von Dirac postuliert, um die Quantelung der Ladung zu erklären. ( aus der quantenmechanischen Quantisierung des Drehimpulses !) Dies wurde durch die vereinheitlichte Feldtheori4e wieder aufgenommen ! Es wurden extrem schwere magnetische Monopole postuliert, die beim Urknall in den ersten 1035s erzeugt worden sein sollen.

Sehr umstritten ist ein angeblicher experimenteller Nachweis von 1982 ( Spektrum der Wissenschaft, Juni 1982, S. 78 ff.) Der Zusammenhang zwischen

B¯(r¯) und j¯(r¯)

×B¯(r¯)=×(×A¯(r¯))=(A¯(r¯))ΔA¯(r¯)A¯(r¯)=μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|=μ04πR3d3r ´r(j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|)=μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)r1|r¯r¯ ´|r1|r¯r¯ ´|=r ´1|r¯r¯ ´|A¯(r¯)=μ04πR3d3r ´[r ´(j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|)+1|r¯r¯ ´|r ´j¯(r¯ ´)]r ´j¯(r¯ ´)=tρ=0A¯(r¯)=μ04πR3d3r ´r ´(j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|)

Wobei die verwendete Kontinuitätsgleichung natürlich nur für statische Ladungsverteilungen gilt !

Im Allgemeinen Fall gilt dagegen:

A¯(r¯)=μ04πR3d3r ´r ´(j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|)tμ04πR3d3r ´ρ(r¯ ´,t)|r¯r¯ ´|μ04πR3d3r ´ρ(r¯ ´,t)|r¯r¯ ´|=μ0ε0Φ(r¯,t)A¯(r¯)=μ04πSd3f¯ ´(j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|)μ0ε0tΦ(r¯,t)

Mit dem Gaußschen Satz. Wenn das Potenzial jedoch ins unendliche hinreichend rasch abfällt, so gilt:

Sd3f¯ ´(j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|)=0

Also:

A¯(r¯)=μ0ε0tΦ(r¯,t)

Also:

(A¯(r¯))=μ0ε0tE¯(r¯,t)

Auf der anderen Seite ergibt sich ganz einfach

ΔA¯(r¯)=μ04πR3d3r ´Δr(j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´|)=μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)Δr(1|r¯r¯ ´|)=μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)δ(r¯r¯ ´)=μ0j¯(r¯)

wegen

Δr(1|r¯r¯ ´|)=4πδ(r¯r¯ ´)

Also:

×B¯(r¯)=(A¯(r¯))ΔA¯(r¯)=μ0j¯(r¯)+μ0ε0tE¯(r¯,t)

Für stationäre Ströme, die gerade bei stationären Ladungsverteilungen vorliegen, folgt:

×B¯(r¯)=μ0j¯(r¯)μ0ε0tE¯(r¯,t)=0

Dies ist die differenzielle Form des Ampereschen Gesetzes Die Ströme sind die Wirbel der magnetischen Induktion !!

Integration über eine Fläche F mit Rand F liefert die Intgralform:

df¯×B¯(r¯)=Fds¯B¯(r¯)=df¯μ0j¯(r¯)=μ0IFds¯B¯(r¯)=μ0I

Mit dem Satz von Stokes Das sogenannte Durchflutungsgesetz !

Zusammenfassung:

Magnetostatik:

divB¯=0B¯=rotA¯ ( quellenfreiheit)

rotB¯=μ0j¯(r¯)Fds¯B¯=μ0IΔA¯=μ0j¯(r¯)

Gilt jedoch nur im Falle der Coulomb- Eichung:

A¯=0

Dies geschieht durch die Umeichung

A¯ ´(r¯)A¯+Ψ×A¯ ´(r¯)×A¯+×Ψ×Ψ=0×A¯ ´(r¯)×A¯×(×A¯ ´(r¯))=×B¯(r¯)=μ0j¯×(×A¯ ´(r¯))=(A¯ ´(r¯))ΔA¯ ´(r¯)

Elektrostatik:

rotE¯=0E¯=Φ ( Wirbelfreiheit)

ε0E¯=ρε0Vdf¯E¯=Q differenzielle Form / integrale Form

ΔΦ=1ε0ρ(r¯) ( Poissongleichung)

Magnetische Multipole

( stationär)

Ausgangspunkt ist A¯(r¯)=μ04πR3d3r ´j¯(r¯ ´)|r¯r¯ ´| (mit der Coulomb- Eichung A¯(r¯)=0 )

mit den Randbedingungen A¯(r¯)0 für r-> unendlich

Taylorentwicklung nach 1|r¯r¯ ´| von analog zum elektrischen Fall: Die Stromverteilung j¯(r¯ ´) sei stationär für r>>r ´

1|r¯r¯ ´|=1r+1r3(r¯r¯ ´)+...

A¯(r¯)=μ04πrR3d3r ´j¯(r¯ ´)+μ04πr3R3d3r ´j¯(r¯ ´)(r¯r¯ ´)+...

Monopol- Term

Mit

r ´[xk ´j¯(r¯ ´)]=xk ´(r ´j¯(r¯ ´))+j¯(r¯ ´)(r ´xk ´)

Im stationären Fall folgt aus der Kontinuitätsgleichung:

r ´j¯(r¯ ´)=0

r ´[xk ´j¯(r¯ ´)]=j¯(r¯ ´)(r ´xk ´)=jlδkl=jk

Mit r ´[xk ´j¯(r¯ ´)]=jk folgt dann:

d3r ´jk(r¯ ´)=d3r ´r ´[xk ´j¯(r¯ ´)]=Sdf¯[xk ´j¯(r¯ ´)]=0

Somit verschwindet der Monopolterm in der Theorie

Dipol- Term

mit

[r¯ ´×j¯(r¯ ´)]×r¯=(r¯r¯ ´)j¯(r¯j¯)r¯ ´=2(r¯r¯ ´)j¯[(r¯r¯ ´)j¯+(r¯j¯)r¯ ´]

und mit

r ´[xk ´(r¯r¯ ´)j¯]=[(r¯r¯ ´)jk+xk ´(r¯j¯)+xk ´(r¯r¯ ´)r ´j¯]r ´j¯=0r ´[xk ´(r¯r¯ ´)j¯]=[(r¯r¯ ´)jk+xk ´(r¯j¯)]

Folgt:

R3d3r ´r ´[xk ´(r¯r¯ ´)j¯]=R3d3r ´[(r¯r¯ ´)jk+xk ´(r¯j¯)]=0

Da

R3d3r ´r ´[xk ´(r¯r¯ ´)j¯]=Sdf¯[xk ´(r¯r¯ ´)j¯]=0 weil der Strom verschwindet ! Somit gibt der Term

[(r¯r¯ ´)j¯+(r¯j¯)r¯ ´]

keinen Beitrag zum

μ04πr3R3d3r ´j¯(r¯ ´)(r¯r¯ ´)

Also:

A¯(r¯)=μ04πr312R3d3r ´(r¯ ´×j¯(r¯ ´))×r¯

Als DIPOLPOTENZIAL !!

A¯(r¯):=μ04πr3m¯×r¯m¯=12R3d3r ´(r¯ ´×j¯(r¯ ´))

das magnetische Dipolmoment !

Analog zu

Φ(r¯):=14πε0r3p¯r¯p¯:=R3d3r ´r¯ ´ρ(r¯ ´)

dem elektrischen Dipolmoment

Die magnetische Induktion des Dipolmomentes ergibt sich als:

B¯(r¯):=×μ04πr3m¯×r¯=μ04πr5[3(m¯r¯)r¯r2m¯]

Wegen:

×(a¯×b¯)=(b¯)a¯(a¯)b¯+a¯(b¯)b¯(a¯)

mit

a¯=m¯r3b¯=r¯diva¯=3m¯r¯r5divb¯=3(b¯)a¯=3m¯r2r5(a¯)b¯=m¯r3

Analog ergab sich als elektrisches Dipolfeld:

E¯(r¯):=14πε0r5[3(p¯r¯)r2p¯]

Beispiel: Ebene Leiterschleife L:


df¯ ´=12r¯ ´×ds¯ ´d3r¯ ´j(r¯ ´)=ds¯ ´I

Mit I = Strom durch den Leiter

m¯=12Ld3r ´(r¯ ´×j¯(r¯ ´))=I2Lr¯ ´×ds¯ ´=IFdf¯ ´=IFn¯

Dabei ist

n¯ die Normale auf der von L eingeschlossenen Fläche F

Also: Ein Ringstrom bedingt ein magnetisches Dipolmoment m¯


analog: 2 Punktladungen bedingen ein elektrisches Dipolmoment p¯=qa¯ , welches von der positiven zur negativen Ladung zeigt.

Bewegte Ladungen N Teilchen mit den Massen mi und den Ladungen qi bewegen sich.

Dabei sei die spezifische Ladung

qimi=qm konstant:

ρ(r¯)=iqiδ(r¯r¯i)j¯(r¯)=iqiv¯iδ(r¯r¯i)v¯i=dr¯idt

Das magnetische Dipolmoment beträgt:

m¯=12Ld3r ´(r¯ ´×j¯(r¯ ´))=12iqid3r ´r¯ ´×v¯iδ(r¯ ´r¯i)=12iqir¯i×v¯i=12iqimimir¯i×v¯iqimi=qmm¯=q2mL¯

Mit dem Bahndrehimpuls L¯

m¯=q2mL¯ gilt aber auch für starre Körper !

  • Allgemeines Gesetz !

Jedoch gilt dies nicht für den Spin eines Elektrons !!!

m¯=ge2mS¯g2

Somit ist der Spin nicht vollständig durch die Vorstellung von einer rotierenden Ladungsverteilung zu verstehen !

Kraft auf eine Stromverteilung:

j¯(r¯ ´)=ρi(r¯ ´)v¯(r¯ ´)

im Feld einer externen magnetischen Induktion B¯(r¯ ´)

Spürt die Lorentzkraft

F¯=d3r ´j¯(r¯ ´)×B¯(r¯ ´)

Talyorentwicklung liefert:

B¯(r¯ ´)=B¯(r¯)+[(r¯ ´r¯)]B¯(r¯)+....F¯=[d3r ´j¯(r¯ ´)]×B¯(r¯ ´)+d3r ´j¯(r¯ ´)×[(r¯ ´r¯)]B¯(r¯)+...

im stationären Fall gilt wieder:

[d3r ´j¯(r¯ ´)]=0 ( keine Monopole) Also:

F¯=d3r ´j¯(r¯ ´)×[(r¯ ´)r]B¯(r¯)d3r ´j¯(r¯ ´)×[(r¯)r]B¯(r¯)d3r ´j¯(r¯ ´)×[(r¯)r]B¯(r¯)=0,dad3r ´j¯(r¯ ´)=0F¯=d3r ´j¯(r¯ ´)×[(r¯ ´)r]B¯(r¯)[(r¯ ´)r]B¯(r¯)=r[(r¯ ´)B¯(r¯)]r¯ ´×[r×B¯(r¯)]

Man fordert:

[r×B¯(r¯)]=0

( Das externe Feld soll keine Stromwirbel im Bereich von j¯(r¯ ´) haben:

F¯=d3r ´j¯(r¯ ´)×r[(r¯ ´)B¯(r¯)]j¯(r¯ ´)×r[(r¯ ´)B¯(r¯)]=r×[((r¯ ´)B¯(r¯))j¯(r¯ ´)]+[(r¯ ´)B¯(r¯)]r×j¯(r¯ ´)r×j¯(r¯ ´)=0F¯=d3r ´r×[((r¯ ´)B¯(r¯))j¯(r¯ ´)]=r×(m¯×B¯(r¯))F¯=r×(m¯×B¯(r¯))=(m¯r)B¯(r¯)=r(m¯B¯(r¯))

( Vergl. S. 34)